Das Stück

Inhalt


Theater im Theater: die Akteure spielen ein Ensemble, das ein Theaterstück über das Leben von Karl Valentin spielt. Das Stück will nicht Karl Valentin imitieren, es benutzt auch keine Vorlagen von Karl Valentin (von zwei winzigen Zitaten abgesehen), sondern es stellt die wichtigsten Stationen seines Lebens in frei erfundenen Szenen auf die Bühne. Dabei ist es dem Autor gelungen, sich so in die skurrile Denk- und Sprechweise seines Helden zu versetzen, dass Grenzen zwischen beiden kaum noch erkennbar sind.

Die Vielschichtigkeit des Karl-Valentinschen Humors prägt bereits die Eröffnungsszene: Tod oder Geburt? Dann wird klar, es ist die Geburt eines großen Komikers. Auf den Tod deutet der Karnevalsumzug, auf die Geburt die Hebamme, die einen deftigen Überblick über das Leben des in München geborenen, allerdings evangelisch getauften Karl Valentin gibt.

Dem weiblichen Geschlecht nicht abgeneigt, verliebt er sich in Gisela, eine Hausangestellte seiner Eltern. Auf Drängen seines Vaters erlernt der junge Karl den Beruf des Schreiners.

In der Szene mit seiner sächsischen Mutter zeigt sich jedoch, dass Normalität für einen Karl Valentin nicht normal wäre: er möchte Komiker werden. Dazu bedarf es einer Ausbildung. Das Fiasko einer Unterrichtsstunde bei einem Varietelehrer macht ihm deutlich, dass er in herkömmliche Schablonen nicht passt. Mit einem selbst erfundenen und erbauten Orchestrion versucht er, seinen eigenen Weg zu finden. Dazu gehört auch die hintersinnige Analyse von Volksliedtexten; mit Volksliedern hat sich Karl Valentin ja sein Leben lang beschäftigt. Inzwischen ist er zweifacher Vater geworden und heiratet endlich Gisela.

Das Medium Schallplatte interessiert den technisch begeisterten (und spielt ja auch in einigen seiner Sketche eine Rolle); die Probeaufnahme wird zur typisch Valentinschen Groteske, ebenso die Filmszene. Die schicksalhafte Begegnung mit seiner fast lebenslangen Partnerin Liesl Karlstadt kleidet der Autor Rod Finkenstein in eine Opernparabel von Faust und Gretchen.

Der steigende Erfolg von Karl und Liesl macht das Paar auch für Theaterintendanten interessant und führt schließlich zur Gründung eines eigenen Theaters. Allerdings hält die Euphorie darüber nicht lange vor, denn es gibt ständig Ärger mit Behörden, das Theater muss geschlossen werden und K. V. erleidet einen Nervenzusammenbruch. Die Erfolgskurve neigt sich unaufhaltsam abwärts, Humor und Lebensumstände werden - auch kriegsbedingt - immer düsterer.

Auch die Gründung eines Panoptikums mit finanzieller Unterstützung durch Liesl Karlstadt wird ein Fehlschlag. Die Komik des Karl Valentin kommt beim Publikum nicht mehr an. Engagements bleiben aus, lediglich einige Aufträge für Feldpostbriefe halten ihn über Wasser.

Er beginnt wieder mit Schreinerarbeiten und versucht meist vergeblich, diese gegen Lebensmittel einzutauschen. Es kommt noch einmal zu einem gemeinsamen Auftreten mit Liesl Karlstadt. Im Fasching 1948, am 9. Februar, schließt sich der Lebenskreis des Karl Valentin.

Der Zuschauer erlebt Tanz und Gesang zu bekannten Volksliedmelodien, die man so bestimmt noch nie gehört hat, ausgesucht und neu getextet vom Autor Rod Finkenstein, arrangiert und instrumentiert von Hans Richard Stracke.